| Denken/Geist
Der große, gütige, allmächtige Vater im Himmel, der auch die Mutter ist, hat zu seinen Schäfchen gesagt: "nun zankt nicht mehr länger, ob eurer Verschiedenheit, sondern habt euch lieb. Das schwarze Schäfchen soll schwarz sein dürfen , das bunte Schäfchen soll bunt sein dürfen, das Bio-Schäfchen soll bio sein dürfen, das Aldi-Schäfchen soll aldi sein dürfen, das evangelische Schäfchen soll evangelisch sein dürfen, das Nichts soll das Nichts sein dürfen. Blökt, bellt oder miaut! Seid einfach nur so, wie ihr seid - wie ich euch geschaffen habe. So hab' ich euch am liebsten." Für mich ergibt sich zur Jahrtausendwende die Möglichkeit alle musikalischen Welten zu denen ich als - im ewigen Jetzt komponierender Musiker - Zugang habe, zum Ausdruck zu bringen. Ich singe eine bewegende Passage aus dem Neuen Testament mit der gleichen Inbrunst, wie ich eine balinesische Skala auf der Violine spiele. |
![]() Rudolf Steiner hat zu Beginn des 20sten Jahrhunderts mal gesagt: "gegen Ende des 20sten Jahrhunderts sind große Teile der Bevölkerung möglicherweise geistes-krank und keiner merkt's". |
| Ein
Astrologe sagte mir mal, daß es meine Aufgabe ist, die versunkenen Wahrheiten
in der Musik wieder zum Vorschein zu bringen. Voilà ! Es geht nicht um
Anerkennung, es geht um Er-kennen, es geht nicht um Virtuosität, es geht
um beseelte Musikalität, es geht nicht um Mathematik oder Zwölf-Ton-Musik,
es geht auch nicht um die moderne Kirchenmusik meines Onkels Hugo Distler,
es geht nicht um das, was Musikkritiker sagen... Es geht darum, Musik
zum Klingen zu bringen. Es geht darum, ein Klangkörper zu werden. Es geht
darum ein Klangkörper des Himmels für die Erde zu werden. Die Töne sehnen
sich danach, aus ihrer Eingebundenheit in menschliche Zwecke aller Art
befreit zu werden! Alle Musikrichtungen werden sich füreinander öffnen.
Die Grölerei wird irgendwann einmal aufhören (sie ist ungesund). |
Man kann diesen Satz auf unser gegenwärtiges Gesangsideal anwenden. Die
Stimme will zum Instrument der Seele werden, die Seele will auftauchen,
die ganze Chose fängt dann an zu klingen, aufbauend, wohltuend, dann stimmt's.
Das merkt man sofort, wenn man hinhört und hinfühlt. Tagore lehrte seine
Schüler "... so leicht zu singen wie die Vögel, so wie ihr Gefühl es ihnen
eingibt". Unsere Gesangsideale stammen momentan noch aus der alten Zeit.
Sie entstammen eher einem athletischen Bewußtsein, wenn ich das mal so
nennen darf.
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